Das Privileg der Pensionäre 29.5.2017 Jürg Weber

Bereits um 09.00 bei der Talstation Allmenalpbahn. 20 Biplacepiloten stehen an um ihr Brevet  zu erkämpfen. Ihr Programm ist happig. Mit drei Präzisionsflügen müssen sie ihr Können beweisen. Es sind Gewitter im Tagesgang angesagt. Kein Meteorologe kann dir genau sagen, wann es beginnt für uns kritisch zu werden. Also gesunden Menschenverstand benutzen und den Radar einschalten (dr Grind ab und zue ringsume dräie).

Die Meteobedingungen sind nahezu ideal; Temp. 0.5- 0.8 in fast allen Höhenlagen, Wind schwach bis 4000 m. Traumflugwetter. Sicher war einzig, dass der Talwind recht früh einsetzt und immer stärker werden wird.

 
Leider war es Montag, sodass alle Normalbürger ihrem Broterwerb nachgehen müssen.
Darum waren auch nicht viele "Bojen" unterwegs. Am Vortag hat mich ein flottes Klubmitglied in die Tücken des Fluggebietes Kandersteg eingeführt. Das ermöglichte mir nun heute auf Streckenmodus zu schalten. Start 10.36 bei feinstem Aufwind. Der Einstieg - wie bekannt - an der First nicht einfach. So würgte ich mich mit einem Mitflieger in den Couloirs zum Gipfel hinauf. Der Flug zum Lohner war knackig. Dann die Ent-scheidung: was mach ich mit der Arbeitshöhe von gut 3000 m? Rüber an den Tschenten, Silleren oder doch eher aussen herum über das Hahnenmoos?

Zum Glück wählte ich die letztere Variante. Ich war nämlich noch nicht auf halbem Weg zum Grat, grinst mir ein Adler in die Augen. Als ob er grüssen würde flog er einige Male vor meiner Nase herum. Dann zeigt er mir, wer hier der Meister ist. Mit eleganten Kurvenflügen zog er in die Höhe. Meine Bemühungen ihm zu folgen scheitern kläglich. Ich war Maus Bein alleine. Es reichte jedoch über der Bergstation die Thermik anzuzapfen. Die üblichen Schläuche am Laveygrat und dann natürlich am Albristhore stehen perfekt. Mein "Wetter-Radar" sagt mir, alles im grünen Bereich. Einzig eine giftig gelbe Amboswolke im Jura zeigt die Energie, die in der Luft liegt.

Dann die Rennstrecke über das Gsür, Honiese, Mäggisserehore, Fromberghore,  Niese waren zügig erflogen. Es war praktisch kein Aufdrehen erforderlich. Dann wieder "hirnen", flieg ich noch über den See an den Sigriswilergrat oder doch....? Schuster bleib bei deinen Leisten sag ich mir und entscheide für eine Querung an das Elsighore.

Hoppla, der Weg war weit! Ich verbrate circa 1500 m und komme auf 1200m an. Nun begann der Kampf um Höhe zu gewinnen. Ich wusste nicht recht wo Luv und Lee lag. Die Sonne direkt senkrecht über mir. Die Hänge des Grates zum Elsighore wurden gleichmässig angestrahlt. Ich entschied mich fürs Kandertal. Schliesslich wollte ich ja nach KANDERSTEG. Der Entscheid erwies sich schon als richtig, es war jedoch alles andere als ruhig in den Gräben bis zur First.
Bei einer Ehrenrunde über den Startplatz sehe ich noch die letzten Biplacepiloten ihr Brevetprogramm abspulen. Die Landung in Kandersteg hat alleweil ihre Reize. Der Talwind ist inzwischen happig, jedoch recht laminar. So setze ich sanft  auf.

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Der Flug war nicht sonderlich weit aber für mich als Pensionär ein besonderes Erlebnis.

Möntschelen 21.05.2017
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